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Über das Institut für Polizei- und Sicherheitsforschung und das Jean Monnet Center of Excellence

Das interdisziplinär ausgerichtete Institut für Polizei- und Sicherheitsforschung (IPoS) fühlt sich einem modernen Verständnis der Polizeiwissenschaften und Sicherheitsforschung verpflichtet, indem es Forschung für und über die Polizei betreibt und somit zu einer stärkeren Vernetzung von polizeilicher Alltagspraxis mit Aus- und Fortbildungsaktivitäten beiträgt. Die Polizei ist im Rahmen eines modernen Sicherheitsverständnisses keine isolierte Akteurin. Dementsprechend gehören neben der Polizei auch die Kooperationspartner:innen aus der Justiz, dem Finanz- und Steuersektor, den sozialen Diensten und Institutionen aus Wirtschaft und Gesellschaft zum Forschungsfeld des Instituts. Dies gilt – unter anderem – für das privatwirtschaftliche Sicherheitsmanagement und die präventiven sowie repressiven Maßnahmen gegen die Finanzkriminalität, denen wachsende Bedeutung zukommt. Nach § 2 der am 04. März 2002 in Kraft getretenen und am 18. April 2024 novellierten Satzung sind die wesentlichen Aufgabenfelder des Instituts:

  • Anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung,
  • Mitarbeit an Verbundforschungsprojekten,
  • Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis und in die Lehre,
  • Förderung der fachlichen Kommunikation durch Mitarbeit in Fachgremien, durch Fachveran-staltungen und überregionale Publikationen,
  • Wissenschaftliche Weiterqualifizierung mit stärkerem Praxiskontakt von am Institut tätigen Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern,
  • Fach- und fachbereichsübergreifende Unterstützung bei der Themenstellung, Bearbeitung und Betreuung von Diplom- und Bachelorarbeiten sowie Masterarbeiten.

Das Institut setzt seine Forschungsschwerpunkte auf die Themenfelder Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Dabei verfügt es über renommierte Expertise in den Bereichen der Sicherheits-, Kriminalitäts-, Polizei-, Justiz- und Extremismusforschung sowie Digitalisierung. Auf dieser Basis sind das Institut und seine Mitarbeitenden laufend in einschlägige nationale und internationale Projekte eingebunden. Neben grundlegenden Fachdisziplinen wie Rechtswissenschaften, Rechtspsychologie, Kriminalsozio-logie oder Kriminalistik prägen dabei auch moderne Forschungsfelder wie Computational Social Science, Open Source Intelligence oder Cyberkriminalität das zukunftsorientierte Sicherheitsverständnis und die Arbeitsweise des IPoS.

Forschung und Entwicklung

Das IPoS hat sich zum Ziel gesetzt, insbesondere die Auftraggebenden aus dem Bereich der Freien Hansestadt Bremen bei ihren Problemlösungen durch die Bereitstellung wissenschaftlicher Dienstleistungen zu unterstützen. Hierbei ist das IPoS als unabhängige Einrichtung den grundlegenden Prinzipien und Qualitätskriterien wissenschaftlichen Arbeitens verpflichtet. Durch die fachlichen Ausrichtungen der Institutsmitglieder bilden derzeit die Fachdisziplinen Rechtspsychologie, Viktimologie, Rechtswissenschaften, Kriminalistik und Kriminologie die wissenschaftlichen Säulen des IPoS. Durch das breite Spektrum vertretener Wissenschaftsdisziplinen sind damit optimale Rahmenbedingungen gegeben, um die für die sicherheitsbezogene Forschung unabdingbare Interdisziplinarität und Praxisorientierung zu gewährleisten. Die Forschungsschwerpunkte reflektieren einerseits die fachliche Expertise der im Institut tätigen Wissenschaftler:innen, richten sich andererseits aber auch nach den Drittmitteln, die das Institut im Rahmen internationaler, nationaler und lokaler Ausschreibungen einwerben konnte. Forschungsaufträge, die das Institut seitens der senatorischen Behörden und der Polizeien im Lande Bremen erhält, werden mit vordringlicher Priorität bearbeitet.

Im Laufe der Institutsgeschichte haben sich auf der Grundlage der Satzung Forschungsschwerpunkte heraus-gebildet, die in diesem wie in früheren Berichten den folgenden Bereichen zugeordnet werden:

  • Kriminalprävention und Opferschutz
  • Kriminalitätsforschung
  • Professionalisierung polizeilichen und justiziellen Handelns

Darüber hinaus spielen Sicherheitsforschung, Geldwäsche, moderne Finanzkriminalität und straf-rechtliche Vermögensabschöpfung in den Forschungsprojekten des IPoS eine zunehmend wichtige Rolle.

Im Bereich der Kriminalitätsforschung werden am Institut für Polizei- und Sicherheitsforschung kriminalistisch-kriminalpsychologische Analysen zu folgenden Schwerpunktthemen durchgeführt:

  • Terrorismus und Radikalisierung
  • Organisierte Kriminalität
  • Wirtschafts- und Steuerkriminalität
  • Viktimologie und Opferschutz mit dem Schwerpunkt Istanbul-Konvention

Die Festlegung der Forschungsschwerpunkte resultiert zum einen aus den langjährigen Arbeitsschwerpunkten der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, spiegelt aber auch unmittelbare polizeiliche und forensische Bedarfe wider. Mitglieder des IPoS führen nicht nur regel-mäßig interdisziplinäre Lehrveranstaltungen für Angehörige der Polizei durch, sondern bringen ihre wissenschaftliche Expertise durch Beratungstätigkeiten im Rahmen polizeilicher Projekte ein.

Aufgrund der umfangreichen Forschungs- und Entwicklungstätigkeit des IPoS und seiner hohen wissenschaftlichen Reputation wurde der Hochschule für Öffentliche Verwaltung von der Europäischen Union ein Jean Monnet Centre of Excellence for Crime Investigations and Criminal Justice (CCICJ)zuerkannt. Das neue Exzellenzzentrum wurde entsprechend dem Zuwendungsvertrag für das Forschungsprojekt CCICJ im September 2024 als neues Institut in der Hochschule für Öffentliche Verwaltung gegründet. Steuer- und Finanzkriminalität, Geldwäsche und organisierte Kriminalität sollen einen Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeit bilden und damit eine Verzahnung der Expertise ermöglichen, die in den drei Studiengängen der Hochschule, dem IPoS und dem ebenfalls an der Hochschule angesiedelten Fortbildungsinstitut der Polizei etabliert ist. Neben den Forschungs-perspektiven wird auch der Transfer von Wissen in die Aus- und Fortbildung zu den Kernaufgaben des neuen Jean-Monnet-Exzellenzzentrums gehören.